Vorlesungsreihe Wintersemester 2018/2019

Buchvorstellung „Freiheit ist keine Metapher“: Antisemitismus, Migration, Rassismus, Religionskritik
mit Annette Seidel-Arpaci und Vojin Saša Vukadinović

02.November 2018, 19 Uhr | Kinoptikum

Die Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen hat einmal bemerkt, dass vermutlich jede Bewegung irgendwann ihre eigene Karikatur hervorbringt. Der Genderfeminismus, der Antirassismus und der Queerfeminismus sind ebendies: Karikaturen geschlechter-, migrations- und sexualpolitischer Emanzipationsregungen. Der Sammelband nimmt diesen pessimistischen Befund zum Ausgangspunkt, um über den Verrat an der Mündigkeit nachzudenken, der sich in den letzten zehn Jahren besonders in den vorgenannten Bereichen kenntlich gemacht hat. Am Beispiel von Antisemitismus, Migration, Rassismus und Religionskritik zeigen rund dreißig Beiträge, wie fatal die Konsequenzen einer Haltung sind, die nur noch in Kollektiven zu denken vermag, die dann entweder als Gruppenidentität eingefordert oder aber ressentimentbeladen bekämpft wird; der als politische Organisationsformen nur noch „Koalitionen“ und „Verbündete“ einfallen und die zudem längst vergessen hat, dass Kritik ein Mittel dazu ist, um schlechte Verhältnisse nicht hinzunehmen.

Saša Vukadinović
ist Herausgeber des Bandes und wird uns erzählen wie es zum Sammelband kam und wird zur Notwendigkeit der hierin geführten Auseinandersetzungen sprechen. Saša ist Historiker und Geschlechterforscher und hat an der FU Berlin zum Thema „Politik des Ressentiments. Antifeminismus, Linksterrorismus, Sexualmoral“ promoviert.

Annette Seidel-Arpacı
ist Autorin eines Beitrages, der sich mit antisemitischem Verschwörungsdenken im deutschen HipHop befasst und wird mit ihrem Vortrag zu diesem Thema das Anliegen des Bandes illustrieren. Annette hat Cultural Studies und Jewish Studies studiert und an der University of Leeds über literarische und kulturpolitische Auseinandersetzungen um Erinnerungspolitik, Antisemitismus, Rassismus und Migration in Deutschland promoviert.

Vortrag mit Thomas Nuding – Mission Lifeline

20.November 2018, 19 Uhr | Hochschule Landshut Raum D 002

Politische Verfolgung, Krieg, Hunger, Klimawandel, bitterste Armut. Fluchtursachen gibt es viele! Jedoch verlässt kein Mensch seine Heimat FREIWILLIG! Schon gar nicht wenn er um die Zustände in Libyen und im Mittelmeer weiß. Jedoch ist es humanitäre PFLICHTAUFGABE dort präsent zu sein, wo unsere Politiker, unsere Regierungen und die EU Menschen wissentlich! sterben lassen, um einen Abschreckungseffekt zu erzielen. Die NGO Mission-Lifeline tritt diesem Sterben aktiv entgegen! Und wird deswegen diffamiert und bekämpft! Vom Versagen der Politik soll abgelenkt werden. Von diesem aktiven Kampf gegen das Sterben im Mittelmeer berichtet an diesem Abend Thomas Nuding von Mission Lifeline eV Dresden, er war schon für mehrere NGO’s im Einsatz: Als Kapitän und Einsatzleiter (Head of Mission)! Um Spenden für
Mission Lifeline wird gebeten

Solikonzert für Mission Lifeline

23. November 2018 | JUZ Poschingervilla Landshut

Einlass 20:00
Beginn 21:00
Alle Einnahmen werden an die Mission Lifeline gespendet

Vortrag mit Peter Bierl – Pädagogik für Arier: Anthroposophie und Waldorfschule

27. November 2018, 19 Uhr | Hochschule Landshut, Raum D 002

Hautcreme für Babypopos von Weleda, biologisch-dynamische Karotten der Marke Demeter, Rudolf-Steiner-Brot im Naturkostladen und die Waldorfschule basieren auf der Anthroposophie. Der Journalist Peter Bierl analysiert die okkulte Weltanschauung hinter den Produkten und ihrem Erfinder Rudolf Steiner. Der Mann präsentierte sich als Hellseher und wurde von Anhängern als „Menschheitsführer“ und Wiedergeburt von Aristoteles verehrt. Steiner war überzeugt, dass nur die „weiße Rasse“ am Geiste schafft, während Schwarze überhitzte Triebwesen seien und Juden zersetzend wirkten. In der Welt der Anthroposophen spuken Engel und Dämonen, Volks- und Rassengeister, finden sich Versatzstücke aus Buddhismus, Hinduismus und Christentum vermischt mit Darwinismus und Kulturpessimismus. Anthroposophen erklären die Reaktorkatastrophe in Fukushima als karmischen Ausgleich, die Waldorfpädagogik basiert auf der Vorstellung von Reinkarnation und Karma. Lehrer werden nach den Ideen Steiners ausgebildet. In einem Buch, das zur Unterrichtsvorbereitung empfohlen wurde, heißt es: „Der Keim zum Genie ist der arischen Rasse bereits in ihre atlantische Wiege gelegt worden.“

Peter Bierl ist freier Journalist und lebt in der Nähe von München. Er schreibt u.a. für Konkret, Jungle World und Rechter Rand. Er ist Autor von „Grüne Braune: Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts“ (Unrast-Verlag 2014), „Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn. Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell“ (Konkret-Verlag, 2012) sowie „Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik“ (Konkret, 2005)

Seminar mit Peter Bierl – Einmaleins der Kapitalismuskritik

28. November 2019, 10:00 bis 15:00 Uhr | Hochschule Landshut Raum D 004

Seit der Weltwirtschaftskrise von 2008 hat der Kapitalismus wieder ein schlechtes Image. Die Vorstellungen darüber, was Kapitalismus eigentlich ausmacht, gehen jedoch weit auseinander. Manche unterscheiden Kapitalismus und Marktwirtschaft, andere Finanzwirtschaft und „Realwirtschaft“ als wären es Paralleluniversen. Einige sprechen vom Raubtier- oder Kasinokapitalismus, als ginge es bloß um Auswüchse. Nach rechts anschlussfähig ist die Rede von den Heuschrecken ebenso wie die Chiffre von der Herrschaft der internationalen Hochfinanz.
Das Seminar mit Peter Bierl bietet eine Einführung in die Kapitalismuskritik. Der Referent skizziert die wichtige historische, aktuelle und populäre Varianten und konfrontiert diese mit der Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx. Dieser analysierte das Kapital als dynamisches Verhältnis, entwickelte eine Geld- und Krisentheorie und beschäftigte sich mit Aktiengesellschaften als am weitesten entwickelte Form des Kapitals.
Profitmaximierung und Akkumulation von Kapital sind der Zweck der Veranstaltung, nicht die Befriedigung von Grundbedürfnissen. Dafür sind Fabriken und Büros, Banken und Börse, Kaufladen und Supermarkt gleichermaßen notwendig, ein integriertes System aus Produktion, Finanzen und Handel.
Der Referent Peter Bierl ist freier Journalist und Verfasser des Buches „Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn – Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell“ (2012).

Vortrag mit Anna Seidel
„Popfeminismus und Kritik – Beyoncés Herstory, Marketplace Feminism und warum es kompliziert bleibt“

12. Dezember 2018, 19 Uhr | Hochschule Landshut, Raum D 002

Pop und Feminismus gehen längst Hand in Hand. Von den Riot Grrrls in den USA Anfang der 90er-Jahre bis zum zehnten Geburtstag vom popfeministischen Missy Magazine ist einiges passiert: die Spice Girls, Kerstin Grethers Zuckerbabys, Beyoncé flawless bei den MTV Video Music Awards…
Anna Seidel wird anhand dieser und anderer Schlaglichter einführend über die Verknüpfung von Pop und Feminismus sprechen und der Frage nachspüren, wie das eigentlich zusammengeht.

Buchvorstellung mit Alexander Neupert, Jan Hoff und Julian Bothe -
Konkrete Utopie: Autonomie und Solidarische Lebensweise

14. Januar 2019, 19 Uhr | Hochschule Landshut, Raum D 002

Konkrete Utopien bezeichnen, nach dem Philosophen Ernst Bloch, bestehende Möglichkeiten, die verwirklicht werden sollten. Es bleibt dabei Aufgabe von Kritik und Politik zu diskutieren, welche vorliegenden Möglichkeiten zu verwirklichen wären. Damit ist schon die Frage nach normativen Maßstäben für Utopien gestellt.
In dem von Alexander Neupert-Doppler herausgegebenen Band ‚Konkrete Utopien – Unsere Alternativen zum Nationalismus‘ veröffentliche Jan Hoff einen Artikel über ‚Autonomie als emanzipatorisches Grundprinzip‘, Julian Bothe einen weiteren Beitrag über ‚Solidarische Lebensweise als globale Sammelutopie‘.
Wie aber können autonome Selbstbestimmung und globale Verantwortung zusammenkommen? Darüber soll an diesem Abend vorgetragen und beraten werden.

Julian Bothe hat Geographie und Sozialwissenschaft studiert und promoviert zu den sozialen Prozessen der Energiewende an der Universität München. Er ist bei ‚Ende Gelände‘ aktiv.

Dr. Jan Hoff ist promovierter Historiker und habilitierter Politikwissenschaftler. Zudem ist er in der außerakademischen Erwachsenenbildung aktiv, u.a. bei gewerkschaftlichen Bildungseinrichtungen.

Dr. Alexander Neupert-Doppler forscht und publiziert u.a. zum Thema Utopie. Bisher erscheinen der Band ‚Utopie‘ (2015), ein Beitrag in ‚Staat und Politik bei Ernst Bloch‘ (2016), ‚Der utopische Imperativ – Herbert Marcuse, 1968 und die Neue Linke‘ (2017) und zuletzt ‚Konkrete Utopien – Unsere Alternativen zum Nationalismus‘ (2018).

Seminar mit Dr. Alexander Neupert-Doppler
Kritische Theorie und Utopie – Zwischen Bilderverbot & Grundriß

14. Januar 2019, 10 Uhr | Hochschule Landshut, Raum D 004

In Kreisen die sich für die Kritische Theorie der Gesellschaft interessieren, wird aus dem Vorbehalt, nichts Endgültiges über eine post-kapitalistische Gesellschaft dogmatisch vorzuschreiben, gerne ein Verbot gemacht, nämlich nicht über mögliche Zukünfte zu reden. In der Tat sprach Theodor W. Adorno davon, es sei „um der Utopie willen zu verbieten, von der Utopie ein Bild zu machen“, befürchtete aber an derselben Stelle, es tendiere „dieses Verbot einer konkreten Aussage über die Utopie dazu, das utopische Bewusstsein selber zu diffamieren und das zu verschlucken, worauf es ankäme, nämlich diesen Willen, dass es anders ist“. Wie aber können wir etwas wollen, ohne zu sagen wie es wäre? Worauf sich Kritik beschränken darf, zu sagen was nicht-mehr sein soll, ist keine Option für Politik, die viel mehr sagen muss, was noch-nicht ist, aber sein sollte. Praktisch ist bereits Widerstand gegen Bestehendes oder Schlimmeres immer schon Positionierung für den Status quo oder etwas Mögliches. Es wird also darüber zu reden sein, wie – unter Vorbehalt – über Utopien gesprochen werden kann ohne dogmatische Rezepte zu liefern.

Dr. Alexander Neupert-Doppler arbeitet als Bildungsreferent bei der Sozialistischen Jugend / Falken Hannover. 2013 erschien sein Buch gegen die Widrigkeiten des ‚Staatsfetischismus‘, 2015 der Band ‚Utopie‘, der 2018 durch einen Sammelband über konkrete Möglichkeiten ergänzt wurde. Noch nicht veröffentlich ist das dritte Buch über den Begriff ‚Kairos‘ – politische Gelegenheiten.

Film und Gespräch mit Matthias Coers – DAS GEGENTEIL VON GRAU

22. Januar 2018, 19 Uhr | Kinoptikum

Von Freiraum- und Wohnkämpfen über Solidarische Landwirtschaft bis hin zur Refugees’ Kitchen. Brachflächen, Leerstand, Anonymität, Stillstand – nicht alle zwischen Dortmund und Duisburg wollen sich damit abfinden. Im Gegenteil. Immer mehr Menschen entdecken Möglichkeiten und greifen in den städtischen Alltag ein. Ein Wohnzimmer mitten auf der Straße, Nachbarschaft, Gemeinschaftsgärten. Stadtteilläden, Repair Cafés und Mieter*inneninitiativen entstehen in den Nischen der Städte – unabhängig, selbstbestimmt und gemeinsam.
Das Gegenteil von Grau zeigt unterschiedliche Gruppen, die praktische Utopien und Freiräume leben und für ein solidarisches und ökologisches Miteinander im urbanen Raum kämpfen.

Ein Dokumentarfilm von Matthias Coers und Recht auf Stadt Ruhr
D 2017 90 min. | deutsch / OmU englisch / griechisch | FSK ab 0freigegeben

Bisher hatte der Film 120 Aufführungen in der BRD, den Niederlanden, Griechenland, Kosovo, der Schweiz und Österreich, 50 davon fanden in Kinos statt.

Ausführliche Informationen und der Trailer finden sich auf den Webseiten http://gegenteilgrau.de und http://zweischritte.berlin.

Veranstalltungen Wintersemester 2015/16

Pädagogik für Arier
Die Grundlagen der Waldorfpädagogik

01.Dezember 19 Uhr| Hochschule Landshut BS002

Hautcreme für Babypopos von Weleda, biologisch-dynamische Karotten der Marke Demeter, Rudolf-Steiner-Brot im Naturkostladen und die Waldorfschule kennen viele, nicht aber die Weltanschauung, die dahinter steckt. Der Journalist Peter Bierl, Autor des Buches „Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister“, beschäftigt sich in seinem Vortrag mit der Anthroposophie und ihrem Gründer Rudolf Steiner. Der Mann, der sich als Hellseher präsentierte, von Anhängern als „Menschheitsführer“ und Wiedergeburt von Aristoteles verehrt wurde, war überzeugt, dass nur die „weiße Rasse“ am Geiste schafft, während Asiaten dekadent, Schwarze überhitzte Triebwesen und Juden einseitig intellektuell seien und zersetzend wirkten. Die Deutschen rechnete der Guru einer fünften Wurzelrasse der Arier zu, die Jahrtausende führend sein soll. In Steiners Welt spuken Engel und Dämonen, Volks- und Rassengeister, er mixte Versatzstücke aus Buddhismus, Hinduismus und Christentum mit darwinistischen Evolutionsvorstellungen und bürgerlichem Kulturpessimismus. Getreu ihrem Meister erklären Anthroposophen heute Tsunami und Reaktorkatastrophe in Fukushima als karmischen Ausgleich für einen angeblich besonderen Materialismus der Japaner. Solche bizarren Vorstellungen prägen die Waldorfschule, ihre ideologische Grundlage ist die Idee von Reinkarnation und Karma. Lehrer werden nach den Ideen Steiners ausgebildet. In einem Buch, das zur Unterrichtsvorbereitung empfohlen wurde, heißt es: „Der Keim zum Genie ist der arischen Rasse bereits in ihre atlantische Wiege gelegt worden.“

Peter Bierl ist freier Journalist und lebt in der Nähe von München. Er schreibt u.a. für Konkret, Jungle World und Rechter Rand. Er ist Autor von „Grüne Braune: Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts“ (Unrast-Verlag 2014), „Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn. Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell“ (Konkret-Verlag, 2012) sowie „Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik“ (Konkret, 2005)

Die Einsamkeit Israels
Zionismus, die israelische Linke & die iranische Bedrohung

Buchpräsentation mit Stephan Grigat

14.Januar 19 Uhr | Hochschule Landshut BS002

In der deutschsprachigen Nahost-Diskussion trifft man immer wieder auf die Behauptung, der Antisemitismus in den arabischen und islamischen Ländern sei ein Resultat des Nahost-Konflikts. Dagegen soll verdeutlicht werden, inwiefern der arabische und islamische Antisemitismus eine der zentralen Ursachen dieses Konfliktes ist, dessen Verlauf maßgeblich bestimmt hat und bis heute prägt.
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist die antizionistische Ideologie zu neuem Leben erwacht und weist weit über den Kreis linker Kleingruppen hinaus. Einer seiner Hauptprotagonisten ist heute das iranische Regime. Dass die im Antizionismus angelegten Vernichtungsphantasien nicht Realität geworden sind, verdankt sich einzig und allein der israelischen Staatsgewalt.
Heute gilt es, sich einen Begriff von der Einsamkeit des jüdischen Staates zu machen und den Ressentiments entgegenzutreten, die jenem Staat, der in Reaktion auf den Antisemitismus und als Konsequenz aus der Shoah gegründet wurde, keineswegs zufällig in den postnazistischen Gesellschaften Deutschlands und Österreichs in besonderem Ausmaß entgegenschlagen.

Stephan Grigat: Die Einsamkeit Israels. Zionismus, die israelische Linke und die iranische Bedrohung. Hamburg: Konkret 2014, 184 Seiten, 19,- Euro

Stephan Grigat ist Gastprofessor an der Justuts-Liebig-Universität Gießen und Wissenschaftlicher Direktor des Bündnisses STOP THE BOMB.

Vortrag mit Roger Behrens + Konzert
Stell Dir vor, es ist Revolution, und alle gehen hin – aber keiner macht sie!
Kritik der Popkulturindustrie

23.Januar 19 Uhr | Produzentengalerie Landshut

Die Konsumenten wissen, mit was für einen Schrott sie von der Kulturindustrie im Großen und Ganzen beliefert werden: »die vollends durchschauten Kulturwaren« (Adorno / Horkheimer) bezeichnen die Erweiterung der Kulturindustrie zur Reklameindustrie. Selbstverständlich gehört zur Unterhaltung dazu, dass man irgendwie auch über die Dinge Bescheid weiß und sich kritisch gibt. 
Seit den 1950er Jahren wurde solche »Kritik« unter dem Vorzeichen des Pop sukzessive als eine Art von ästhetischem Verbraucherschutz installiert: die reflexive Vergewisserung darüber, dass der Spaß, den man sich könnt, eigentlich ziemlich blöd ist, ist heute endgültig Programm: selbst das Feuilleton der konservativen Zeitungen ist voll mit Verbalradikalismen, jede Band, die etwas auf sich hält, gibt sich provokativ und findet den Kapitalismus doof, zwischen Youtube und Facebook tummeln sich Ressentiments ebenso wie Revolutionsparolen. Hauptsache laut. Die Stimme des realen Humanismus, die Kultur auch als Kommunismus verteidigt, ist kaum noch zu hören – und wenn doch, dann klingt sie lächerlich. Was ist hier los?
Der Vortrag versucht darauf systematische wie historische Antworten zu geben, zur Diskussion.

Konzert:
Clemens Dannenbeck (Piano)
Open Border Land. Eine freie Interpretation
Dualhead (Free-Jazz-Improvisationen)
DJ Biss Wurm (abwegiges & absonderliches)

Ringvorlesung im Sommersemester 2015

Anetta Kahane: „Refugees Welcome – Wie gemeinsam Willkommenskultur gestaltet werden kann“
01. April 2015 , 19:00 Uhr | Hochschule Landshut ZH 012/013
Facebook

Stephan Dünnwald: „Europäische Flüchtlingspolitik nach Lampedusa“
08. April 2015, 19:00 Uhr | Hochschule Landshut BS 002
Facebook

Fanny Müller-Uri: „Es herrscht Ver|wir|rung im Abendland“
22. April 2015, 19:00 Uhr | Hochschule Landshut BS 002
Facebook

Markus End: „Was heißt denn hier „Armutszuwanderung“?
13. Mai 2015, 19:00 Uhr | Hochschule Landshut BS 002
Facebook

Christian Peucker: „Geflüchtete Kinder und Jugendliche und Kinder- und Jugendhilfe“
20.Mai 2015, 19:00 Uhr | Hochschule Landshut BS 002
Facebook

Matthias Weinzierl: „Über das Projekt Bellevue di Monaco“
03. Juni 2015, 19:00 Uhr | Hochschule Landshut BS 002
Facebook

Marianne Schulze: „Flüchtlinge mit Behinderungen: die unsichtbare Diskriminierung“
24. Juni 2015, 19:00 Uhr | Hochschule Landshut BS 002
Facebook

Podiumsgespräch: „Willkommenskultur in Deutschland – Wer flüchten darf entscheiden wir!“
01. Juli 2015, 19:00 Uhr | Hochschule Landshut BS 002
Facebook

Die Auflösung von Grenzen in einer globalisierten Welt ist eine Illusion, die sich als obsolet erweist, sobald man sie vor dem Hintergrund der politischen Umgangspraxen mit geflüchteten Menschen und der entsprechenden politischen wie gesellschaftlichen Diskussion über Migration betrachtet. Vorteile entstehen lediglich für den von globalen Konzernen betriebenen kapitalistischen Warenverkehr, wie für Angehörige privilegierter Staaten. Das Versprechen einer weltweiten Nivellierung des Wohlstands, wird durch die schonungslose Realität anwachsender kriegerischer Konflikte negiert. Die vollendete Negation emanzipatorischer Entwicklung findet in den grenzenlosen Kämpfen fundamentalistischer Gruppierungen und mörderischer Racket-Herrschaften auf tragische Weise zu sich selbst. Nicht zuletzt aufgrund dieser Verwerfungen in den arabischen und afrikanischen Staaten, lässt sich Migration immer weniger steuern. Dennoch versuchen die westlichen Staaten, vor Krieg und Terror geflüchteten Menschen, weiterhin in alt bekannter Manier mit Ausgrenzung und Ausschluss zu begegnen.
In der medialen wie politischen Vermittlung dieser Bewegungen sind dabei vermehrt kulturalistische Ressentiments zu finden, die in unverhohlen rassistischen Szenarien vor Überfremdung warnen, migrationsgesellschaftliche Realität ausblendend. Im Rahmen der Ringvorlesung, die in Kooperation der Studierendengruppe (in)visible borders mit der Fakultät Soziale Arbeit entstand, soll es darum gehen durch Vorträge eine Plattform für eine kritische Auseinandersetzung mit ideologisch aufgeladenen Praktiken gesellschaftlicher Exklusion zu schaffen.
(mehr…)

Buchvorstellung und Diskussion mit Jörg Kronauer

Am Sonntag den 01.02.2015 um 15:00 Uhr im Kleinen Theater Landshut.
Veranstalter*innen: Kleines Theater und (in)visible borders

Die Ukraine hat eine dramatische Entwicklung erlebt, seit im November 2013 die ersten Proteste auf dem Majdan begannen: Massenproteste mündeten in den Sturz der Regierung, der wiederum zur Spaltung des Landes und in den Bürgerkrieg führte. Mühsam wird nun der Waffenstillstand zumindest offiziell aufrecht erhalten; ökonomisch steht die Ukraine vor dem Zusammenbruch. Wenig thematisiert wird der Anteil, den der Westen an der Entwicklung hatte. Dabei haben vor allem Deutschland und die Vereinigten Staaten maßgeblich zu ihr beigetragen – vorwiegend aus geostrategischen Motiven und ohne Rücksicht auf die Folgen für die ukrainische Bevölkerung. Was den Westen dazu trieb, die Ukraine auf seine Seite zu ziehen, wie er dies tat und welche Folgen das für die Menschen in der Ukraine wie auch für die Weltpolitik hat – darum soll es bei der Veranstaltung gehen.

Mitte Dezember erscheint als konkret Texte-Band 66 ein Buch von Jörg Kronauer (mit einem historischen Überblick von Erich Später): »Ukraine über alles!« Ein Expansionsprojekt des Westens. Der Band hat ca. 210 Seiten und kostet 19,80 Euro.

Überblick der kommenden Veranstaltungen im Wintersemester 2014/2015

Vortrag und Workshop: Einführung in die Kritische Theorie
10. Dezember 2014, 18.45 Uhr I Hochschule Landshut, Raum BS 002
Facebook

Vortrag und Diskussion: Vorurteile gegenüber Geflüchteten in Deutschland und Europa
16. Dezember 2014, 18.45 Uhr I Hochschule Landshut, Raum BS 002
Facebook

Vortrag und Diskussion: Politik und Terror: Versuch einer Analyse des Aufstiegs der IS-Terrormiliz
08. Januar 2015, 18.45 Uhr I Hochschule Landshut, Raum BS 002
Facebook

Wir als Studierende der Fakultät Sozialer Arbeit verstehen uns als Zusammenschluss, der offensichtliche und versteckte Grenzen und Hürden dieser Gesellschaft aufzeigen will.
Hierzu organisieren und veranstalten wir Vorträge und Workshops mit Einflüssen aus den Bezugswissenschaften der Sozialen Arbeit. Unsere Angebote richten sich jedoch nicht nur an Angehörige der Profession Sozialer Arbeit, sondern an alle Interessierten.
Falls ihr Interesse daran habt uns und unsere Inhalte näher kennenzulernen oder Interesse an einer Mitarbeit bei uns besteht, laden wir euch zu unserem Offenen Treff ein. Dieser findet während der Vorlesungszeit an jedem ersten Dienstag im Monat um 20.00 Uhr im Schwarzen Hahn statt.
(mehr…)