Archiv für November 2012

Vortrag von Florian Eisheuer am 05.12.: Die Transformation des Rassismus: Ist „Kultur“ die neue „Rasse“?

05. Dezember 2012, 18.45 Uhr | Hochschule Landshut, BS 002

Vortrag & Diskussion:
Die Transformation des Rassismus: Ist „Kultur die neue „Rasse“?

Mit: Florian Eisheuer (Doktorand am Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin und Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg)

Die Verwendung des Begriffes „Rasse“ ist im postnazistischen Deutschland zwar zu Recht verpönt, nicht jedoch die generelle Ansicht, dass sich die Menschheit in klar unterscheidbare Gruppen unterteilen lässt. Trotz der Abwesenheit des biologischen Arguments werden „Völker“ und „Kulturen“ als quasi natürliche Einheiten verstanden und erfüllen eine zentrale Funktion für nationale und/oder ethnische Wir-Gruppen-Konstruktionen. Die politischen Implikationen einer solchen Sichtweise sind weitreichend.

Die Veranstaltung ist auch zu finden auf facebook.

FILM UND DISKUSSION AM 28.11.: DIE DRITTE WELT IM ZWEITEN WELTKRIEG

28. November 2012, 18.45 Uhr | Kinoptikum Landshut

FILM UND DISKUSSION:
DIE DRITTE WELT IM ZWEITEN WELTKRIEG

Vor 70 Jahren, am 1. September 1939, begann der Zweite Weltkrieg – in Europa. In Afrika herrschte bereits seit 1935 Krieg um Äthiopien (mit Soldaten aus 17 Ländern und 3 Kontinenten) und auch der japanische Angriff auf China hatte bereits 1937 begonnen. Doch so gravierend die Folgen des Zweiten Weltkriegs in der Dritten Welt auch waren, in der hiesigen Geschichtsschreibung kommen sie nicht vor.
Um dem entgegenzuwirken, stellt der Verein Recherche International e.V. hierzu u.a. verschiedene Filme zur Verfügung. Gezeigt werden
zwei Dokumentationen. Anschließend besteht die Möglichkeit zum Austausch.

  • DIE MASSAKER VON SÉTIF – EIN ANDERER 8. MAI
    (OMU, DOKUMENTATION, 53 MINUTEN; FRANKREICH 2003;
    REGIE: MEHDI LALLAOUI/BERNARD LANGLOIS)
    Eine Dokumentation mit beeindruckendem Archivmaterial und bewegenden Aussagen von Zeitzeugen über den Tag des Kriegsendes in
    Europa. Dieser wurde in Algerien zum Tag der Trauer, da in dem Ört-chen Sétif französische Siedler auf Zivilisten schossen, die bei den Feierlichkeiten des Kriegsendes auch eine algerische Fahne mit sich führten. Die Folge davon war eine Revolte in der gesamten Region, die
    von den französischen Truppen brutal niedergemetzelt wurde, was – nach algerischen Quellen – bis zu 45.000 Opfer forderte.

  • AUCH AFRIKANER HABEN DAS ELSASS BEFREIT
    (OMU, DOKUMENTATION, 26 MINUTEN; FRANKREICH 1994;
    REGIE: JEAN MARIE FAWER)
    Zu Beginn des Films sind Bilder von einem Friedhof mit Kriegsgräbern arabischer Kolonialsoldaten aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen.
    Dann folgt der Hinweis (illustriert mit Archivaufnahmen), dass 500000 Nordafrikaner im Jahre 1944 für die Befreiung Frankreichs von der Naziherrschaft gekämpft haben. Viele von ihnen sahen sich in diesem Kriegswinter erstmals mit Eiseskälte und Schnee konfrontiert. Überlebende berichten in Interviews, wie sie rekrutiert und in der Gaulles Armee des Freien Frankreich diskriminiert wurden. Einige, die im Elsass geblieben sind, wurden „zwar auf dem Papier Franzosen“, fühlten sich aber auch ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende nicht als gleichberechtigte Menschen anerkannt.
  • Eintritt: 3 Euro

    Die Veranstaltung ist auch zu finden auf facebook.

    Kundgebung der Karawane Landshut: „Solidarität mit den Opfern des Brandanschlags auf das Flüchtlingslager in Wörth – Gegen deutschen Diskriminierungskonsens in Politik und Gesellschaft“

    Wir schließen uns dem Kundgebungs-Aufruf der Karawane Landshut gegen den Brandanschlag auf das Flüchtlingslager in Wörth, in der Nacht zum Samstag an und dokumentieren diesen im Folgenden:

    Aufruf Kundgebung Wörth

    Solidarität mit den Opfern des Brandanschlags auf das Flüchtlingslager in Wörth
    gegen deutschen Diskriminierungskonsens in Politik und Gesellschaft

    In der Nacht zum Samstag, den 03. November, wurde inWörth an der Isar ein Brandanschlag auf das dortige Flüchtlingslager verübt.
    Nachdem der/die Täter_innen sich Zutritt durch eine bis dato nicht verschließbare Tür verschafft hatten, wurden in der Küche, unterhalb von Stromleitungen, mehrere Feuer gelegt. Eine angrenzende Garage wurde ebenfalls versucht, in Brand zu stecken.
    Der Brand konnte von den Bewohner_innen selbst, nochvor Eintreffen der Feuerwehr, gelöscht werden, sodass es glücklicherweise keine Verletzten gab. Laut Angaben von a.i.d.a., haben der neonazistische Kameradschaftsverband
    „Freies Netz Süd“ (FNS) und das im FNS organisierte „Nationale Bündnis Niederbayern“ (NBN), auf ihren jeweiligen Internetpräsenzen bereits im Mai 2012 in Artikeln das Lager in Wörth in Wort und Bild thematisiert. Des Weiteren liegt die Vermutung eines rassistisch motivierten Angriffs nahe, da das Lager bereits vor dem Anschlag mit rassistischen Parolen beschmiert wurde. Zudem wurden Mitarbeiter des Landratsamts Landshut im Internet aus offenbar rechtsradikalen Kreisen bedroht. Die Bewohner_innen werden in der Gemeinde völlig isoliert, die Asyldurchführungsverordnung und das Asylbewerberleistungsgesetz verhindern gesellschaftliche Teilhabe, professionelle Unterstützung gibt es nicht.
    Unweigerlich werden hier die Erinnerungen an die Brandanschläge in
    Rostock/Lichtenhagen, Anfang der 90er-Jahre wach, die einem neu erstarkten gesellschaftlichen Rassismus entsprangen. Auch die Hetze gegen asylsuchende Roma aus Serbien und Mazedonien, die unter Verwendungrassistischer Rhetorik, derzeit von Bundesinnenminister Friedrich und dem bayerischen Innenminister Herrmann, betrieben wird, schafft ein Klima, das einen Nährboden für solche
    Anschläge liefert. Dass die deutschen Verhältnisse für Flüchtlinge unerträglich sind, zeigen die immer noch andauernden Proteste von Flüchtlingen, die nach dem Selbstmord des iranischen Flüchtlings Mohammad Rahsepar im Frühjahr 2012 in einem Flüchtlingslager in Würzburg ihren Anfang nahmen und sich durch einen Protestmarsch von Bayern nach Berlin bundesweit ausbreiteten.

    Solidarität mit den Opfern des Brandanschlags – dem rassistischen common sense entgegentreten!

    Die Karawane ruft auf:
    zur Kundgebung in Wörth am Samstag, den 10.11. um 14:00 vor dem Lager

    Kompletter Kundgebungs-Aufruf der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen Landshut als PDF zum weiterverteilen.