Archiv der Kategorie 'Vortrag'

Vortrag von Florian Eisheuer am 05.12.: Die Transformation des Rassismus: Ist „Kultur“ die neue „Rasse“?

05. Dezember 2012, 18.45 Uhr | Hochschule Landshut, BS 002

Vortrag & Diskussion:
Die Transformation des Rassismus: Ist „Kultur die neue „Rasse“?

Mit: Florian Eisheuer (Doktorand am Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin und Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg)

Die Verwendung des Begriffes „Rasse“ ist im postnazistischen Deutschland zwar zu Recht verpönt, nicht jedoch die generelle Ansicht, dass sich die Menschheit in klar unterscheidbare Gruppen unterteilen lässt. Trotz der Abwesenheit des biologischen Arguments werden „Völker“ und „Kulturen“ als quasi natürliche Einheiten verstanden und erfüllen eine zentrale Funktion für nationale und/oder ethnische Wir-Gruppen-Konstruktionen. Die politischen Implikationen einer solchen Sichtweise sind weitreichend.

Die Veranstaltung ist auch zu finden auf facebook.

Vortrag & Diskussion am 07.11.12: Migration und Grenze im Kontext des „Arabischen Frühlings“

7. November 2012, 18.45 Uhr | Hochschule Landshut

Vortrag & Diskussion:
Migration und Grenze im Kontext des „Arabischen Frühlings“

Mit: Bernd Kasparek (Mitherausgeber des Sammelbandes „Grenzregime. Diskurse, Praktiken, Institutionen in Europa“ und promoviert in Göttingen im Bereich der kritischen Migrationsforschung)

Der arabische Frühling, im Besonderen der tunesische Aufbrauch, hat nicht nur Diktaturen hinweggefegt. Für einen kurzen Moment brachte er auch das europäische externalisierte System der Migrationsabwehr zum Erliegen. Der Vortrag wird einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung der europäischen Grenze im Mittelmeer geben, die aktuelle Krise Schengens1 beleuchten und nach möglichen zukünftigen Entwicklungen fragen.

Die Veranstaltung ist auch zu finden auf facebook.

  1. „Das am 14. Juni 1985 in der luxemburgischen Stadt Schengen geschlossene Abkommen markiert nach offizieller Lesart den Beginn einer europäischen Erfolgsgeschichte, den Einstieg in ein Europa ohne Binnengrenzen.

    Die hässliche Kehrseite: Die Freizügigkeit im Schengenland, das mittlerweile 25 europäische Staaten umfasst, wurde teuer erkauft. Über 15.000 Flüchtlinge und Migranten – mehr als 10.000 allein im Mittelmeer und Atlantik – starben in den letzten zwei Jahrzehnten an den hochgerüsteten europäischen Außengrenzen, in den Haftanstalten der Mitgliedstaaten und bei Abschiebungen.

    1989, nur 4 Jahre nach Schengen, fielen in Europa die Mauern zwischen Ost und West. Das damit verbundene Freiheitsversprechen ist jedoch nicht eingelöst worden. Schengen war nicht die Geburtsstunde eines demokratischeren und offenen Europas, sondern der Startschuss zum Bau neuer Mauern. Motor dieser dramatischen Entwicklung war und ist Deutschland. …“ (Stellungnahme von Pro Asyl vom 14.06.2010, empfohlen sei z.B. auch ein älterer, doch nach wie vor aktueller, Artikel der Wochenzeitung Jungle World zum 20-jährigen Jubiläum des Schengener Abkommens) [zurück]

Vortrag & Diskussion am 06.06.: Zwischen Altersfestsetzung und Abschiebehaft: der Alltag von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland

6. Juni 2012, 18.30 Uhr | Hochschule Landshut

Vortrag & Diskussion
Zwischen Altersfestsetzung und Abschiebehaft: der Alltag von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland

Mit: Stefanie Studnitz und Goran Ekmescic
(B-UMF – Bundesfachverband Unbegleitete
Minderjährige Flüchtlinge)

Jährlich suchen rund 4.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) Schutz vor Verfolgung und Krieg in Deutschland. Verbunden mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch wie werden sie hierzulande aufgenommen und versorgt? Wie betreut und beschult? Welche Perspektiven auf Ausbildung und Beruf haben sie? Und wie lange können sie in Deutschland bleiben?

Ein Streifzug durch die Themen Vormundschaft, Altersfestsetzung, Abschiebehaft, Bleiberecht, Clearing, Bildung, Partizipation, In¬obhutnahme, Jugendhilfe, die Bedeutung der UN-Kinderrechtskonvention und vieles mehr was sie schon immer über UMF sowie die Arbeit des Bundesfachverbands Unbegleitete Minderjährige
Flüchtlinge (B-UMF) wissen wollten.

Vortrag & Diskussion am 25.04.: Flüchtlinge in Ungarn

25. April 2012, 18.30 Uhr | Hochschule Landshut, Raum HS 003

Vortrag & Diskussion
Flüchtlinge in Ungarn:
Zwischen Haft und Obdachlosigkeit

Mit: Marc Speer (Migrationsforscher und Aktivist)

Ungarn ist in den letzten Jahren zum ungewollten Ziel tausender Flüchtlinge geworden. Aufgrund einer Gesetzesverschärfung, welche die national-konservative Regierung Ende 2010 auf den Weg brachte, werden Asylsuchende nahezu ausnahmslos inhaftiert. Selbst wer als Flüchtling anerkannt wird, ist nach der Entlassung oftmals mit einem Leben in der Obdachlosigkeit konfrontiert. Im letzten Jahr bereiste Marc Speer Ungarn wiederholt. Weiterhin ist er Mitautor eines Berichtes, der die erschreckenden Zustände in Ungarn dokumentiert.

Vortrag und Diskussion am 11.04.: Bildungsdiskriminierung von Flüchtlingen: Politischer Handlungsbedarf und Chancen in der Beratungspraxis

11. April 2012, 18.30 Uhr | Hochschule Landshut

Vortrag und Diskussion
Bildungsdiskriminierung von Flüchtlingen: Politischer Handlungsbedarf und Chancen in der Beratungspraxis

Mit: Tobias Klaus (Bleib! in Bayern)
Abdul Karim Kabia (Jugendlichen Ohne Grenzen – Bayern)

Der behördliche und politische Umgang mit Migrant_innen mit unsicherem Aufenthaltsstatus steht immer noch unter der Prämisse der Rückkehrförderung und nicht der Integration in unsere Gesellschaft, obwohl die meisten von ihnen oft über Jahre hinweg in Deutschland leben bzw. auf Dauer in Deutschland bleiben werden. Hieraus ergeben sich zahlreiche rechtliche Diskriminierungen und praktische Hindernisse beim Zugang zum Bildungsmarkt für Flüchtlinge, die bis zu dem Punkt reichen können, dass Jugendlichen
eine Berufsausbildung verboten wird. Anhand von Fallbeispielen aus der Beratungspraxis werden die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit
und die strukturellen Problemlagen dargestellt. Das Themenspektrum reicht hierbei von den aufenthaltsrechtlichen Rahmenbedingungen
über Fördermöglichkeiten nach dem SGB III, BAföG und BAB bis zu den Zugangsbedingungen zu Schule, Studium und Ausbildung. Doch
es soll nicht nur über, sondern mit Flüchtlingen gesprochen werden: ein Vertreter der Flüchtlings-Jugendorganisation „Jugendliche ohne
Grenzen“ wird über das bundesweite Engagement für eine Bildungsgleichberechtigung berichten und seine eigenen Erfahrungen schildern.